Gott bewegt Menschen,
die einflussreich sind

Reihe: Nichts ist unmöglich! (2)

 

Schriftlesung: Nehemia 2, 1-10

I.     Menschen die unbewusst im Dienst Gottes stehen

II.       Wie wir einflussreichen Menschen begegnen

1.     …mit respektvollem Verhalten

2.     …mit erwartender Geduld

3.     …mit echtem und natürlichem Auftreten

4.     …mit der Bereitschaft zum Risiko

5.     …mit ausgezeichneter Vorbereitung

6.     …mit bewusster Abhängigkeit

 


Einleitung

í      Letzten Sonntag stellten wir fest, dass Gott Menschen sucht, die ihn ernst nehmen. Ein Wort aus dem AT zeigt uns das unmissverständlich.

Textfeld: XIch suchte überall nach einem, der in die Bresche springen und die Mauer um mein Volk vor dem Einsturz bewahren würde, damit ich es nicht vernichten müsste; aber ich fand keinen. (Hesekiel 22, 30)

í      In den Chronikbüchern lesen wir

Textfeld: XDer HERR behält die ganze Erde im Auge, damit er denen beistehen kann, die ihm mit ungeteiltem Herzen vertrauen. (2. Chroniker 16, 9)

í      Wenn Gott jemanden findet, der ihn ernst nimmt, dann schreibt er mit diesen Menschen Geschichte, wie mit Nehemia, der ein Mensch war, der Gott ernst genommen hatte.

í      Doch Gott bewegt Menschen, die gar nicht wissen, dass sie eigentlich in seinem Dienst stehen. Sie handeln nicht aus Gehorsam gegenüber Gott, ihre Motive sind ganz anders und ganz verschieden.

í      Ja – Gott bewegt Menschen, die einflussreich sind.

I.                 Textfeld: XMenschen, die unbewusst im Dienst Gottes stehen

í      Artaxerxes, bei dem Nehemia als Mundschenk arbeitete, war der mächtigste Mann seiner Zeit. Er herrschte über 127 Länder.

Textfeld: XEs war in der Zeit, als König Xerxes über das Perserreich herrschte, ein Reich aus 127 Ländern, das von Indien bis Äthiopien reichte (Esther 1, 1)

í      Dieser mächtige Mann ging auf die Bitte Nehemias voll und ganz ein. Er stattete Nehemia mit allen Vollmachten aus. Sogar Hauptleute und Reiter begleitet Nehemia zu seinem Schutz auf der Reise, auch das Material für die Befestigung der Mauer schenkte er ihm. Natürlich, Jerusalem gehörte dem persischen König, insofern hatte der Staat die Kosten übernommen, aber das war ja auch nicht selbstverständlich.

í      Das Motiv, warum Artaxerxes das tat, kennen wir nicht. Eines wissen wir aber: Er tat es nicht, weil er an den Gott Israels glaubte. Für ihn war der Gott Israels ein Gott, der ins Land Israel gehörte. Er hatte seinen eigenen oder seine eigenen Götter, die er verehrte. Religiös gesehen, war das Perserreich recht tolerant.

í      Textfeld: XArtaxerxes war also ein sehr einflussreicher und mächtiger Mann, den Gott in Bewegung brachte.  Das sah Nehemia genau so, deshalb sagte er:

Der König gewährte es mir, denn die gütige Hand meines Gottes stand mir bei. (Nehemia 2, 8)

í      Nun wollen wir noch weitere Beispiele anschauen, wie Gott Menschen bewegt. Wie Menschen unbewusst in seinem Dienst stehen.

í      Als Israel nach der zehnten Plage aus Ägypten zog, sorgte Gott dafür, dass sie trotz den schrecklichen Plagen bei den Ägyptern in hohem Ansehen standen.

Textfeld: XDer HERR sorgte dafür, dass die Ägypter den Israeliten wohlgesinnt waren. Mose genoss sogar hohes Ansehen bei den Ministern des Pharaos und beim ganzen ägyptischen Volk. (2. Mose 11, 3)

í      Die Ägypter gaben den Israeliten für den Auszug Schmuck aus Silber und Gold. Der Herr bewegte die Menschen dazu.

í      Der König David erlebte das auch. Der König von Tyrus hatte David sehr geschätzt und er unterstützte ihn stark bei seinen Bauten.

Textfeld: XHiram, der König von Tyrus, schickte eine Gesandtschaft zu David. Er lieferte David Zedernholz für den Bau seines Palastes und schickte auch Zimmerleute und Steinmetzen, die den Bau ausführten. (2. Samuel 5, 11)

í      Textfeld: XDavid hatte daraus seine Schlüsse gezogen:

Daran erkannte David: Es war der HERR, der ihn zum König über Israel gemacht und sein Königtum gefestigt hatte. (2. Samuel 5, 12)

í      Selbst um Gerichte auszuführen bewegt Gott einflussreiche Menschen. Nebukadnezar stand im Dienste Gottes, ohne dass er sich dessen bewusst war. Jeremia schrieb:

Textfeld: XJetzt gebe ich alle eure Länder in die Hand meines Bevollmächtigten, des Königs Nebukadnezar von Babylonien; selbst die wilden Tiere habe ich zu seinen Untertanen gemacht. (Jeremia 27, 6)

í      Nebukadnezar war bevollmächtig von Gott. Er führte das Gericht Gottes aus, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sein Motiv war reines Machtstreben. Er meinte, er hätte alles aus eigener Kraft geschafft, weil er so gut sei. In einem Anfall von Selbstbeweihräucherung, als er auf dem Dach seines Palastes in Babel stand, sagte er:

Textfeld: X»Diese grossartige Stadt habe ich als meine Residenz erbaut! Mit meiner gewaltigen Macht habe ich das fertiggebracht und habe damit meiner Grösse ein Denkmal gesetzt!« (Daniel 4, 27)

í      Sein Denkmal ist schon lange verschwunden!

í      Textfeld: XIm Alten Testament finden wir viele Beispiele, wie Gott einflussreiche Menschen bewegt. Im Neuen Testament ist das nicht anders, z.B. als Jesus geboren wurde, bewegte Gott den mächtigsten Mann jener Zeit:

In jener Zeit erliess Kaiser Augustus den Befehl an alle Bewohner seines Weltreichs, sich in Steuerlisten eintragen zu lassen. Lukas 2, 1.

í      Es war nicht seine Idee dafür zu sorgen, dass Jesus in Bethlehem zur Welt kommt. Er hatte ein finanzielles Interesse. Sein Motiv war nicht geistlich, aber Gott gebrauchte ihn, um sein Ziel zu erreichen.

í      Auch Johannes der Täufer erlebte, wie Gott einflussreiche Menschen bewegt. Herodes, der ihn gefangen hielt, schütze ihn gleichzeitig.

Textfeld: XHerodes hatte Hochachtung vor Johannes, den er als einen gerechten und heiligen Mann kannte, und sorgte deshalb für seine Sicherheit. Auch hörte er ihm gern zu, obwohl er dabei jedes Mal in grosse Unruhe geriet. Markus 6, 20.

í      Leider beendete dann die Geschichte mit Salome diese Beziehung. Herodes sah sich nicht mehr in der Lage ihn zu beschützen.

í      In Ephesus waren die Christen durch einen Aufruhr sehr bedroht. Am liebsten wollten sie einige der bekannten Christen lynchen. Doch da schritt der Stadtpräfekt auf und schützte die Christen.

Textfeld: XTextfeld: XEndlich gelang es dem Stadtpräfekten, die aufgebrachte Menge zu beruhigen. „Bürger von Ephesus!“ rief er. „Gibt es einen einzigen Menschen, der nicht wüsste, dass unsere Stadt das Vorrecht hat, Wächterin des Tempels der grossen Artemis und Beschützerin ihres direkt vom Himmel gefallenen Standbildes zu sein? Apostelgeschichte 19, 35.

Die Männer, die ihr hierher geschleppt habt, haben schliesslich weder den Tempel entweiht noch unsere Göttin verhöhnt. Apostelgeschichte 19, 37.

í      Ein Mann, der Jesus nicht kannte, aber der unbewusst im Dienste Gottes stand.

í      Wir würden noch viele Beispiele im Neuen Testament finden. Aber es gibt auch unzählige Beispiele in der Geschichte bis heute.

í      Textfeld: XHitler liess z.B. in Monaco eine qualitativ sehr hoch stehende Radiosendestation bauen, die seinem Regime zu Propagandazwecken dienen sollte. Er konnte diese Station nie selber nutzen, aber am 16. Oktober 1960 strahlte TWR die erste christliche Radiosendung vom Monte Carlo aus. Heute wird von Monaco aus z.B. nach Europa und North Afrika in mehr als 20 Sprachen, das Evangelium verbreitet.

í      Hitler wusste nicht, dass Gott ihn dazu bewegte, dies Sendestation zu bauen.

í      Oder ein ganz aktuelles Beispiel von Ole Descloux. Er musste in Deutschland seine Aufenthaltsgenehmigung verlängern. Normalerweise macht man das für ein Jahr. Jedoch ist die Länge auch davon abhängig, wie es mit den Finanzen aussieht. Das Amt hat einen bestimmten Geldbetrag festgelegt, der vorhanden sein muss, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Ole hatte aber lediglich Geld für die nächsten 4 Monate. Prompt sagte der Beamte, das würde ja nur für 4 Monate reichen. Ole meinte, er würde dann nach diesen 4 Monaten gerne wieder kommen, um für die nächsten Monate das Geld vorzuweisen. Der Beamte meine: "Das kann’s ja nicht sein, da wären sie ja der erste Schweizer, den wir ausschaffen müssten" und schickte ihn raus. Nach 10 Minuten wurde er wieder reinholte. Der Beamte sagte ihm, er sei bereit ihm die Bewilligung für die nächsten 2 Jahre zu erteilen, also bis zum März 2007, weil er davon ausgehe, dass er das schon irgendwie finanzieren könne!

í      Gott bewegt einflussreiche Menschen. Rechnen wir noch damit. Daniel betete:

Textfeld: X»Gepriesen sei der Name Gottes in alle Ewigkeit; denn Gott verfügt über Macht und Weisheit. (Dan 2,20) Er verändert das Bestehende und gibt allem seine Frist; er setzt Könige ab und setzt Könige ein. Er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Klugen ihren Verstand. (Daniel 2, 21)

í      Ja, wir können und sollen immer damit rechnen, dass Gott Menschen bewegt, die einflussreich sind. Es ist falsch, wenn wir uns verkriechen und nichts wagen, weil wir denken, es hätte eh keinen Sinn, alle seien gegen uns.

Bibelstellen zum Nachschlagen: Esther 1, 1; 2. Mose 11, 2-3; 2. Samuel 5, 11-12; Jeremia 25, 9; Jeremia 27, 6; Jesaja 44, 22 – Jesaja 45, 8; Daniel 2, 21; Daniel 4, 27; Lukas 2, 1; Markus 6, 20; Apostelgeschichte 19, 35-37

II.             Textfeld: XWie wir einflussreichen Menschen begegnen

í      Nehemia rechnete damit, dass Gott einflussreiche Menschen bewegt, ohne dass sie sich dessen wirklich bewusst sind.

í      Wir wollen nun einmal genauer hinsehen, was wir von Nehemia lernen können, wie wir einflussreichen Menschen begegnen.

1.                 Textfeld: X…mit respektvollem Verhalten

í      Nehemia begegnet Artaxerxes äusserst respektvoll und höflich.

Mein König, wenn es dir gut erscheint und wenn du deinem Diener Vertrauen schenkst. (Nehemia 2, 5)

í      Er gibt seiner Unterwürfigkeit deutlich Ausdruck. Vielleicht denken die einen, das sei doch normal so. Doch in unserer Gesellschaft ist das leider nicht mehr normal.

í      Keiner will sich wirklich dem anderen unterwerfen. Wir bestehen darauf, dass wir alle gleich sind. Wer mehr Einfluss hat, dem muss man nicht besondere Ehrerbietung entgegenbringen.

í      Das erlebte an einem Podiumsgespräch mit Bundrat Villiger. Herr Villiger war in dieser Runde der höchste Würdenträger. Doch bekam er das Mikrophon, das am schlechtesten funktionierte. Es kam niemandem in den Sinn, er könnte sein Mikrophon dem Bundesrat geben, damit man ihn besser versteht, denn er war eigentlich die Hauptperson. Als das Gespräch beendet war, liess man nicht dem Bundesrat den Vortritt, die Bühne zu verlassen. Im Gegenteil, da hielt noch ein Teilnehmerin ein Mikrofon in der Hand und wusste nicht recht, was damit anzufangen. Sie drückte dem Bundesrat das Mikrophon in die Hand, er nahm es entgegen, legte es irgendwo auf der Bühne hin und verliess als letzter die Bühne.

í      Das fand ich typisch für unsere Art mit einflussreichen Menschen umzugehen. Japanische Politiker zeigten sich erstaunt darüber, wie respektlos bei uns die Leute behandelt werden, die Verantwortung tragen.

í      Als Christen sollten wir auf Paulus hören:

Textfeld: XGebt jedem das, was ihr ihm schuldet: … erweist dem Respekt, dem Respekt zusteht, und erweist dem Ehre, dem Ehre zusteht. Römer 13, 7.

í      Was Paulus hier fordert, das lebte er selber, als der Hohepriester Hananias befahl, Paulus auf den Mund zu schlagen, reagierte Paulus uns sagte:

„Und dich wird Gott schlagen, du scheinheiliger Mensch, du weissgetünchte Wand! Im Namen des Gesetzes sitzt du über mich zu Gericht, doch du selbst missachtest das Gesetz, indem du mich schlagen lässt!?“ Apostelgeschichte 23, 3.

í      Die Männer um Paulus beschimpften ihn, weil er es wagte dem Hohepriester so hart und respektlos entgegenzutreten. Nun, was machte Paulus? Er war doch im Recht! Er beharrte nicht auf sein Recht. Er entschuldigte sich:

„Brüder, ich wusste nicht, dass er der Hohepriester ist. Denn mir ist natürlich bekannt, dass es in der Schrift heisst. Rede nicht abfällig über das Oberhaupt deines Volkes!“ Apostelgeschichte 23, 5

í      Ich denke, da können wir noch einiges lernen.

Bibelstellen zum Nachschlagen: Apostelgeschichte 23, 3-5; Apostelgeschichte 24, 10; Römer 13, 7

2.                 Textfeld: X…mit erwartender Geduld

í      Die Not des Nehemia war gross und wir hatten letzten Sonntag gesehen, wie niedergeschlagen ihn die Zustände in Jerusalem machten. Er weinte, fastete und betete. Aber wer meint, dass Gott ihm in den nächsten Tagen gleich den Durchbruch schenkte, täuscht sich sehr.

í      Nehemia musste fast 4 Monate Geduld haben, bis sich ihm die Gelegenheit bot, dem König seine Not vorzutragen. Es war einfach nicht denkbar, dass er als Mundschenk den König in dieser Angelegenheit hätte von sich aus ansprechen können.

í      Er musste also warten, bis der König eines Tages auf ihn aufmerksam wurde und fragte:

»Warum siehst du so schlecht aus? Du bist doch nicht etwa krank? Nein, das ist es nicht - irgend etwas macht dir das Herz schwer!« (Nehemia 2, 2)

í      Jetzt war die Zeit gekommen. Der König legte Nehemia den Ball vor das Tor, jetzt musste er ihn einfach noch ins Tor schiessen.

í      Aber, er musste Geduld haben, bis sich diese Gelegenheit bot.

3.                 Textfeld: X…mit echtem und natürlichem Auftreten

í      Nehemia war über Jerusalem so betrübt, dass man ihm das offensichtlich ansah. Er war nicht der Typ, der alles überspielt. Nach dem heutigen Motto: Don’t worry be happy. Einfach glücklich sein, koste es was es wolle, selbst wenn ich dabei innerlich zerbreche, gegen aussen bleibe ich happy, denn das ist in und das ist trendy.

í      Nehemia war echt, selbst vor dem König. Das war nicht unproblematisch, denn die Könige wollten fröhliche und zufriedene Leute um sich haben. Es könnte sehr gefährlich sein, durch sein Erscheinen die Laune des Königs zu verderben. Er könnte seine Arbeit verlieren oder gar im Kerker landen, wenn der König ganz schlecht gelaunt war, wäre sogar die Hinrichtung eine Variante gewesen.

í      Nun, Nehemia blieb trotzdem echt, er spielte dem König nichts vor. Das führte schliesslich auch dazu, dass er sein Anliegen hatte vorbringen können.

4.                 Textfeld: X…mit der Bereitschaft zum Risiko

í      Als der Artaxerxes Nehemia nach seinem Befinden fragte, erschrak er sehr.

Der Schreck fuhr mir in die Glieder. (Nehemia 2, 2)

í      Einerseits, weil er wusste, was das für Folgen haben könnte, andererseits, weil ihm klar war, jetzt ist die Zeit da und die nächsten Minuten werden darüber entscheiden, was in Zukunft geschehen wird.

í      Es ist nicht einfach leicht dahergeredet, wenn man sagt, dass Nehemia mit allem rechnen musste. Er konnte damit rechnen, dass der König sein Anliegen ernst nimmt und ihm hilft, aber er musste auch damit rechnen, dass er seinen Posten verliert und sogar hingerichtet wird.

í      Es ist im Leben, auch im geistlichen Leben oft so: Man muss ein Risiko eingehen. Wer nichts riskiert, erlebt nicht viel.

í      Das beginnt ja schon mit dem Start ins Leben mit Jesus. Wer nicht bereit ist ein Risiko einzugehen, der kann eigentlich gar kein Christ werden. Risiko eingehen bedeutet ja, dass ich etwas mir vertrautes und lieb gewonnenes loslasse. Jesus sagte:

Textfeld: XWer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Matthäus 16, 25.

í      Wer dieses Risiko eingeht, der wird das wirkliche Leben finden. So ist eigentlich jeder Christ mindestens einmal in seinem Leben risikofreudig gewesen, nämlich als er Jesus sein Leben anvertraute. Wenn Du das bis heute nicht getan hast, dann tu es doch heute. Jesus sagt nämlich weiter:

Textfeld: XWas nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt? Oder was kann ein Mensch als Gegenwert für sein Leben geben? Matthäus 16, 26.

í      Also, geht das Risiko ein!

Bibelstellen zum Nachschlagen: Matthäus 16, 24-28

5.                 Textfeld: X…mit ausgezeichneter Vorbereitung

í      Nehemia liess nichts auf sich zukommen. Er war in zweifacher Weise vorbereitet.

1.      Gebet

í      Zuerst war er vorbereitet durch seine Gebete, in denen der fast 4 Monat lang den Herrn anflehte. Und als es dann soweit war, dass er dem König seine Bitten vortragen durfte, sagte er:

Ich schickte ein Stossgebet zum Gott des Himmels (Nehemia 2, 4)

1.      Plan

í      Nehemia wusste aber auch ganz genau, was er wollte und was er brauchte. Er sagte zum König:

»Mein König, wenn es dir gut erscheint und wenn du deinem Diener Vertrauen schenkst, dann lass mich doch nach Judäa gehen in die Stadt, in der meine Vorfahren begraben sind, damit ich sie wieder aufbauen kann!« (Nehemia 2, 5)

Dann sagte ich noch zu ihm: »Mein König, wenn es dir recht ist, dann möge man mir amtliche Schreiben mitgeben an die Statthalter der Westprovinz, damit sie mich nach Judäa durchreisen lassen. (Nehemia 2, 7)

Ausserdem brauche ich ein amtliches Schreiben an Asaf, den königlichen Oberforstverwalter. Er soll mir Bauholz geben für die Tore der Verteidigungsanlage beim Tempel, für die Stadtmauer und für das Haus, in dem ich wohnen werde.« Der König gewährte es mir, denn die gütige Hand meines Gottes stand mir bei. (Nehemia 2, 8)

í      Nehemia hatte sich im Vorfeld gründlich überlegt, was er will und was er dazu benötigt. Er machte – so würde man das heute nennen – einen Businessplan.

í      Das war seine Aufgabe. Wir können nicht einfach damit rechnen, dass Gott einflussreiche Menschen bewegt, ohne dass wir etwas dazu tun. Manchmal müssen wir diesen Menschen genau sagen, was und warum wir etwas wollen.

í      Textfeld: XBei Nehemia hat es geklappt!

6.                 …mit bewusster Abhängigkeit

í      Nehemia konnte doch stolz auf sich sein, dass es ihm gelang einen solchen Einfluss auf diesen mächtigen Mann auszuüben. Stellt Euch vor, jemand würde heute nach vorne kommen und erzählen, dass er mit Bill Gates gesprochen hätte und er uns für ein Gemeindezentrum in Zürich 20 Millionen schenken würde und falls das nicht reicht, könnten wir es ihm sagen…

í      Wie würden wir diesen Bruder oder diese Schwester bewundern, wie einflussreich sie doch war! Ein ganz besonders gesegneter Mensch. Nehemia bleibt ganz nüchtern. Er weiss genau, warum das so kam:

Textfeld: XDer König gewährte es mir, denn die gütige Hand meines Gottes stand mir bei. (Nehemia 2, 8)

í      Gott hatte Artaxerxes dazu bewegt. Nehemia war lediglich ein Werkzeug, wohl ein gutes, aber lediglich ein Werkzeug in der Hand Gottes. Also, kein Anlass zur Einbildung, aber Anlass zur Dankbarkeit.

Textfeld: XSchlussgedanke

í      Es ist doch wunderbar, dass wir Kinder dieses grossen Gottes sind. Unserem Gott ist alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben. Selbst die einflussreichsten Menschen dieser Welt kann er in seinen Dienst nehmen. Wir können eigentlich nur in den Jubel Daniels einstimmen:

Textfeld: X»Gepriesen sei der Name Gottes in alle Ewigkeit; denn Gott verfügt über Macht und Weisheit. (Daniel 2, 20) Er verändert das Bestehende und gibt allem seine Frist; er setzt Könige ab und setzt Könige ein. Er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Klugen ihren Verstand. (Daniel 2, 21)

í      Lassen wir uns nicht einschüchtern, wenn wir es mit einflussreichen Menschen zu tun haben. Wir dürfen viel mehr gespannt darauf sein, ob wir selbst Zeugen davon werden, wie Gott diese Menschen in seinen Dienst nimmt.

Amen